Seit nunmehr 20 Jahren gibt es Snipes Und Onlineshop SneakerStreetwear SneakerStreetwear Accessoires Onlineshop Snipes Und N8n0wPOXkZUltraschall, das Berliner Festival für neue Musik, welches der Deutschlandfunk Kultur und der Rundfunk Berlin-Brandenburg gemeinsam organisieren. In diesem Festival treten neben zahlreichen Ensembles auch zwei Orchester auf, das 1923 gegründete Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und das 1946 unter dem Namen RIAS-Symphonie-Orchester gegründete heutige Deutsche Symphonie-Orchester (DSO). Bei der Fülle zeitgenössischer Kompositionen war es eine heroische Aufgabe, unglaubliche 44 Komponisten über 14 Konzerte auf 5 Tagen zu verteilen. Beim Abschlusskonzert war die Wahl auf zwei Männer und eine Frau aus Berlin,Tel-Aviv und Haifa gefallen.

Simone Young und Séverine Ballon
© Ultraschall Berlin | Simon Detel

Mit dem schmerzhaft langen Schlussakkord von Chaya Czernowins Guardian ging ein Konzert zu Ende, welches vielseitiger nicht hätte sein können. Der Star des Abends war die Cellistin Séverine Ballon. Sie spielte nach der Pause den für sie komponierten Part in Czernowins Cellokonzert mit einem Nuancenreichtum, der bei zeitgenössischer Musik seinesgleichen nicht kennt. Czernowin nannte sie deswegen einen Seismographen. Mit ihrer Hilfe hatte sie nicht nur die Partitur der Uraufführung 2017 in Donaueschingen vollenden können, sondern Ballon trug auch wesentlich zur Revision von Guardian vor dessen mittlerweile dritter Aufführung bei. Es war mitreißend, die Intensität mitzuerleben mit der Ballon ihr über Lautsprecher verstärktes Instrument in den mehr als halbstündigen Streit mit dem groß besetzten DSO warf. „Manchmal wächst der Celloklang, bis er das Orchester in sich aufzunehmen scheint, wie ein vergrößerter Resonanzkörper. Zeit wird komprimiert oder so gedehnt, dass sie mehr Duft als Leinwand ist.“ schreibt Czernowin in einem Werkkommentar. Im Konzertinterview auf der Bühne des großen Sendesaals sprach sie vom Cello als Wasser und dem Orchester als Dampf, der immer mehr zu einem soliden Bild transformiert. Dies führte zu einem atemlosen Lauschen nach Ballons von unterschiedlichsten Spieltechniken erzeugten obertonreichen Flüsterattacken und Würggeräuschen.

Chaya Czernowin, Séverine Ballon und Simone Young

Obwohl Czernowin mehr als andere Komponisten die Hässlichkeit von Klängen etaliert, spricht ihre Musik in aller Ehrlichkeit an. So entführte sie ihre Zuhörer in eine akustische Fantasiewelt. Dort wimmelte es von geheimnisvollen Klängen und spannungsgeladener Farbenpracht. Czernowin schrieb für ihre sehr ausgewogene Orchesterbesetzung mit u.a. zwei Bassklarinetten verschieden eingesetztes rhythmisches Atmen für die Bläser vor, und ein langsames Accelerando, das vom Cello ausgehend das Orchester mitriss und von dort wieder langsamer wurde. Einmal hörte man eine Schiffsirene auf einem tropischen Meer und wurde immer aufs Neue von Klangwolken verzaubert. Später spielte Ballon fragende Intervalle, die das Klavier mit suchenden Halbtonschritten beantwortete. Das ganze Orchester mutierte danach zu einem großen Regenmacher (rainstick), bevor die Solistin mit beinahe meditativem Gleichmut ihren Bogen minutenlang vertikal übers Griffbrett hüpfen ließ. In der Kadenz stellte Ballon nochmals ihr äußerst glaubhaftes Musizieren unter Beweis, bevor der dadurch erzeugte Zauber auf der letzten Partiturseite gewaltsam zerbrochen wurde.

Simone Young
© Ultraschall Berlin | Simon Detel

Der vor zwei Jahren verstorbene Michael Hirsch hatte eine Doppelbegabung als Komponist und Performer. Mit seiner Gegenstandsmusik konnte er akustische Visionen erzeugen und seine Zuhörer mit einfachsten Mitteln im Bann halten. Die 2011 vollendete Komposition ...irgendwie eine Art Erzählung... zählte er zu seinen drei Lieblingsstücken. Erst im Rahmen dieses Konzertes wurde es uraufgeführt. Das viertelstündige Stück besteht aus 24 Episoden. Es begann mit leisen hohen Tönen des Akkordeons. Vier Schlagzeuger waren mit ihrem vielzähligen Instrumentarium über die Breite der Bühne verteilt. Knallende Bartók-Pizzicati der Kontrabässe kontrastierten mit lyrischen Soli zum Beispiel des Kontrafagotts. Der lange Nachklang eines Klavierakkords wurde von einem Kontrabass atmosphärisch fortgesetzt. Simone Young führte das DSO elegant, teilweise auf nur einem Bein stehend, und immer mit viel Energie durch die Partitur. Die letzten musiklosen Takte dirigierte sie aus und mahnte das Orchester gleichzeitig mit deutlicher Geste, still zu bleiben.

Simone Young und Samir Odeh-Tamimi
© Ultraschall Berlin | Simon Detel
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Samir Odeh-Tamimi nimmt mit seinem 2008 geschriebenen Orchesterwerk Rituale Bezug auf Sufimusik. Sein Großvater war Sänger, Trommler und Leiter von Sufiritualen, die bei seinen Teilnehmern zu Trance und Ektase führten. Als Kind nahm Odeh-Tamimi an solchen Ritualen teil. Er möchte seine Komposition als Nachhall längst vergangener Klänge verstanden wissen. Es ginge ihm auch um die Dichotomie von zusammen und nicht ganz zusammen, erklärte er in seiner Werkeinführung. Neben vielen Tonwiederholungen und aufpeitschenden Rhythmen war es genau dieses Stilmittel, welches für Verwirrung sorgte, da es rhythmischer Präzision entgegenwirkte. Dazu kamen immer wieder auch ohrenbetäubende Passagen, die man schwer auf ekstatische Gefühle reimen konnte. Den Musikern des DSO war es nicht anzusehen, wie sie zu dieser Musik standen. Der Orchesterklang war jedenfalls nicht überzeugend. Und doch hatte Odeh-Tamimis Musik einen sehr abwechslungsreichen Fluss, der sie vor allem für Konzertneulinge interessant machte.

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